Der Sachverhalt
Die Berggartenschule in Siershahn sollte saniert werden. Nach monatelangen Diskussionen entschieden sich die Ausschüsse des Westerwaldkreises aus rein finanziellen Gründen und entgegen dem Votum der Verwaltung gegen eine Fassade mit Keramikplatten. Stattdessen soll nun mit Aluminium saniert werden.

Der BKRI nimmt hierzu Stellung
Mit Bedauern haben wir die Entscheidung des Kreisausschusses gegen eine Sanierung der Berggartenschule mit Keramikplatten zur Kenntnis genommen.

👉🏼Die Industrie- und Arbeitgeberverbände der Unternehmerverbände Steine I Erden I Keramik vertreten einen großen Teil der Westerwälder Keramikindustrie, inklusive des Tonbergbaus.
Der Westerwald verfügt seit jeher über eine intakte und vollständige Wertschöpfungskette Keramik: Ausgehend von den Forschungsinstituten und Hochschulen in Höhr-Grenzhausen über die Rohstoffgewinnung bis hin zur Herstellung von Keramikprodukten wie Fliesen, Klinker, Fassadenelementen, Keramikspülen, Blumentöpfen und Lebensmittelgefäßen. Auch die Feuerfest- und Säureschutzindustrie ist in unserer Region stark vertreten. In der vielfältigen Keramikbranche im Westerwald haben mehr als 2.500 direkt Beschäftigte ihren Arbeitsplatz. Diese Wertschöpfungskette sorgt auch für Aufträge bei unseren Westerwälder Handwerksbetrieben, Speditionen, Bauunternehmen und Ingenieurbüros.

👉🏼Die Entscheidung des Kreisausschusses, die Fassade der Berggartenschule mit Aluminium zu verkleiden, ist wenn überhaupt, nur in finanzieller Hinsicht nachvollziehbar. Die Aluminiumverkleidung wird – aufgrund der hohen Energiekosten in Deutschland – mit Sicherheit nicht im Westerwald, wahrscheinlich auch nicht in Deutschland hergestellt werden können.
Während unsere heimische keramische Industrie unter anderem eine rein deutsche CO2-Abgabe, den Brennstoff-Emissionshandel, entrichten muss, entstehen für Hersteller aus anderen Ländern diese Zusatzkosten nicht. Dies und auch unsere höheren Löhne erklären einen Teil der Mehrkosten.
Die Rahmenbedingungen für die Industrie und das produzierende Gewerbe in Deutschland sind nicht einfach. Daher begrüßt es die keramische Industrie des Westerwalds sehr, dass die Westerwälder Politik sie nach Möglichkeit unterstützt.
Siershahn ist mit mehreren produzierenden Betrieben und der heimischen Rohstoffgewinnung ein Kern der regionalen Wertschöpfungskette Keramik. Die Entscheidung für Aluminium passt insoweit weder zum Ort noch zur Region.

🎯Fazit:
Unseres Erachtens wäre es besser gewesen, dem Vorschlag des Fachreferates der Kreisverwaltung und dem Ergebnis der anschließenden erneuten Prüfung, Keramikplatten für die Fassade der Berggartenschule in Siershahn zu wählen, zu folgen.

Die Bedeutung der heimischen Keramikindustrie für wirtschaftliche Stabilität und regionale Wertschöpfung ist nicht zu unterschätzen. Denn sie ist nicht nur für den Westerwald, sondern auch darüber hinaus ein unverzichtbarer ökonomischer und sozialer Stabilitätsfaktor. Und damit auch von strategischer Relevanz. 

Dr. Matthias Schlotmann
Geschäftsführer BKRI

Gudrun Schmidt
Referentin Öffentlichkeitsarbeit I Bildung

Tongrube Richard bei Wallmerod der Aloys Josef Müller GmbH & Co. KG (Foto: © BKRI/Bianca Richter).