Ein Grund zum Feiern: Seit 25 Jahren sind der BKRI und seine Mitgliedsfirmen im Bereich Naturschutz aktiv. In enger Zusammenarbeit mit den Genehmi­gungs- und Naturschutzbehörden wurden bereits beachtliche Erfolge im Artenschutz erzielt.

Mit der Veranstaltung „25 Jahre Artenschutzprojekt Amphibien“ wurde dieses Jubiläum nun in der ehemaligen Tongrube „Ludwig Hirsch“ gebührend gefeiert.

Unter dem Motto „sich gemeinsam für den Schutz und den Erhalt der Artenvielfalt einsetzen“ wurde eindrucksvoll vermittelt, dass Rohstoffabbau und Naturschutz im Einklang miteinander betrieben werden. Denn die Rohstoffgewinnung fördert den Artenschutz.

Bereits seit 25 Jahren im Einsatz für Amphibien.

In seiner Begrüßungsrede stellte der BKRI Vorstandsvorsitzende Dr. Hendrik Huppert einige wichtige Stationen zum Thema Naturschutz vor: Vor genau 25 Jahren wurde das Artenschutzprojekt „Laubfrosch im Westerwald“ offiziell gestartet. Dr. Huppert informierte die interessierten Zuhörer über die Bedeutung des Tonbergbaus für den Laubfrosch im Westerwald und hob die Erfolge des Artenschutzprojektes hervor. Projektbeteiligte beim Artenschutzprojekt „Laubfrosch im Westerwald“ sind hierbei neben dem SGD Nord der BKRI sowie BKRI Mitgliedsfirmen. Dr. Huppert betonte die enorme Bedeutung des erfreulichen, ständigen Dialogs zwischen Rohstoffwirtschaft, dem Naturschutz und der Politik. Diese Zusammenarbeit wurde durch das Inkrafttreten der FFH und Vogelschutzrichtlinien weiter vertieft. Die Natura 2000 Richtlinien waren nicht nur für den Naturschutz ein bedeutender Einschnitt, sondern auch für die Unternehmen der Branche. Häufig schafft erst der Rohstoffabbau die Voraussetzungen für das Aufkommen und Bestehen von seltenen und schützenswerten Tier- und Pflanzenarten. Dies ist ein Grund für die zahlreiche Ausweisung von Natura 2000 Flächen in den Abbaustätten im Westerwald. Es wurden in 2005 und 2009 zwei Rahmenvereinbarungen über den Schutz von FFH-Arten und Vogelarten zwischen dem BKRI und dem Umweltministerium Rheinland-Pfalz abgeschlossen. Diese Vereinbarungen waren auch Vorbild für andere Bundesländer. So wurde im Jahr 2012 eine ähnliche Vereinbarung mit dem Land Hessen geschlossen.

Und auch die EU Kommission hat diese Vereinbarung als „Best-Practice“ in ihrem Leitfaden Rohstoffabbau in Natura 2000 Gebieten gewürdigt. Dies ist ein großer Erfolg für alle Beteiligten!

Dr. Hendrik Huppert bei seiner Ansprache.

Ulrike Höfken setzt sich gerne für die Artenvielfalt ein.

In ihrer sich an die Ausführungen des BKRI Vorstandsvorsitzenden anschließenden Ansprache lobte Ulrike Höfken, Ministerin für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz, das Engagement der Tonbergbauunternehmen. Der Schutz der Artenvielfalt liege nicht nur ihr, sondern auch den betreffenden Firmen ganz besonders am Herzen. Jüngst veröffentlichte Studien (Bericht des Weltbiodiversitätsrats der UNO) zeigten jedoch unabhängig davon, dass nach wie vor enormer Handlungsbedarf besteht.

Höfken übergab das Wort an Gundolf Schrenk vom Umweltministerium Mainz. Schrenk wies auf die gerade in Tongruben vorhandene, bedeutende Amphibienvielfalt hin. Dies sei vor dem Hintergrund zu sehen, dass 40% der Amphibien in Deutschland insgesamt bedroht sind. Schrenk hob lobend hervor, dass der BKRI und seine Mitgliedsfirmen hier eine große Verantwortung wahrnähmen.

In seiner sich hieran anschließenden Rede informierte Dr. Ulrich Kleemann, Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord, die Zuhörer über das Programm „Amphibienschutz im Westerwald“. Die bisherige erfreuliche Zusammenarbeit zwischen seiner Behörde und den Tonbergbauunternehmen habe zu nachhaltigen Maßnahmen geführt. „Gesteinsabbau schafft Biotope“, freute sich Kleemann.

Abschließend stellte Michael Klaas, Geschäftsführer der Sibelco Deutschland GmbH, das Unternehmen Sibelco sowie die Tongrube „Ludwig Hirsch“ vor. „Mein Herz brennt für den Rohstoff Ton,“ so Klaas in seiner Ansprache.

Wo kommen welche Amphibien vor? Praxisnahe Führungen durch die Artenschutzmaßnahme rundeten das informative Programm ab: Stefan Backes von der SGD Nord und Jörg Hilgers, zuständig für das Laubfroschprojekt und die Amphibienbetreuung der Tongruben im FFH-Gebiet, zeigten eindrucksvoll, welche Amphibien in und um Tongruben existieren. Diese seltenen Arten kommen ausschließlich in den Tongruben vor, und zwar deshalb, weil hier ein Abbau betrieben wird.

Denn der Abbau von Rohstoffen fördert die Ansiedlung und den Schutz seltener Tier- und Pflanzenarten.

Interessierte Zuhörer bei der Veranstaltung „25 Jahre Artenschutzprojekt Amphibien“.

Anschauliche Grubenführung in der Tongrube „Ludwig Hirsch“.

Naturschutz erfordert Fingerspitzengefühl.

Eines wurde hierbei erneut deutlich: Der Abbau von keramischen Rohstoffen und Indus­triemineralen ist trotz des vorübergehenden Eingriffs in Landschaft und Natur ursächlich für die Entstehung einer Vielzahl von natürlichen Lebens­gemeinschaften, von Biotopen unterschiedlichster Art.

Dr. Matthias Schlotmann
Geschäftsführer BKRI

Gudrun Schmidt
Öffentlichkeitsarbeit, Wirtschaftspolitik