Aktuelle Infos
Tongrube fördert Artenschutz
Neuer Lebensraum für Amphibien

5. Dezember 2014


Artenschutz und Rohstoffabbau stehen durchaus im Einklang miteinander:
Zu diesem Fazit kamen SGD Nord-Präsident Dr. Ulrich Kleemann und Gesellschafter Reiner Schmidt bei ihrem Besichtigungstermin in der Tongrube Schmidtenhöhe der Stephan Schmidt-Gruppe bei Koblenz. Die „Tongrube Schmidtenhöhe" ist Bestandteil des 4.781 Hektar großen FFH-Gebietes „Lahnhänge".


Grubenerkundung direkt vor Ort (Foto: Reiner Schmidt, Fa. Stephan Schmidt KG, SGD Nord-Präsident Dr. Ulrich Kleemann, Biotopbetreuer Jörg Hilgers sowie weitere Vertreter der Stephan Schmidt KG).

Schutzmaßnahmen zum Erhalt seltener Amphibien:
Im Auftrag der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord werden aktuell in Bereichen, in denen der Abbau bereits vor Jahren abgeschlossen wurde und die zunehmend von Sukzession betroffen sind, Aktivitäten mit schwerem Gerät gestartet.

Abbaugrube als Ersatzbiotop:
Die Tongrube hat für die heimische Tierwelt, insbesondere für Amphibien und Reptilien, eine enorme Bedeutung. Bietet sie doch wichtige Ersatzlebensräume und Rückzugsgebiete für stark gefährdete Arten. Gerade auch Abbaugruben sind es, in denen beispielsweise die Gelbbauchunke („Lurch des Jahres 2014“) oder auch der Kamm-Molch vorzugsweise Ersatzbiotope finden.
Um die Bedingungen für die insgesamt zwölf aktuell auf der „Schmidtenhöhe" vorkommenden Amphibienarten weiter zu optimieren, wurden von der SGD Nord die jetzt durchgeführten Maßnahmen in Auftrag gegeben und mit Mitteln des Naturschutzes finanziert.

Ziel ist die Wiederherstellung von strukturreichen Biotopflächen mit unterschiedlichen Laich- und Aufenthaltsgewässern. „Solange der extensive Abbau fortschreitet und dadurch stets neue Kleinbiotope in den Abbauflächen entstehen, bleibt der „gute Erhaltungszustand" der Arten wie die EU-NATURA 2000-Richtlinie dies fordert, erhalten," so SGD Nord-Präsident Dr. Ulrich Kleemann.
Die jetzt durchgeführten Maßnahmen sind Teil der Planungen zur Umsetzung des FFH-Bewirtschaftungsplanes.
Der durch die SGD Nord beauftragte Biotopbetreuer erstellte ergänzend hierzu ein speziell auf die bereits abgebauten Bereiche der Tongrube zugeschnittenes Maßnahmenkonzept.

Für den Naturschutz:
Die Stephan Schmidt KG lieferte eine weitere Voraussetzung zum Gelingen der Aktion, indem sich bereit erklärte, entsprechende Flächen und Gerätschaften zur Verfügung zu stellen.
„Die Unterstützung des Naturschutzes während des laufenden Abbaubetriebes und wie hier auch bei der Wiederherstellung ökologisch wertvoller, ehemaliger Abbaubereiche sind eine Selbstverständlichkeit in unserer Unternehmensgruppe, die auch die Rahmenvereinbarung des Landes mit dem Bundesverband Keramische Rohstoffe und Industrieminerale e.V. (BKRI) zum Schutz von FFH-Arten mitträgt", betonte Reiner Schmidt während des Ortstermins.

Beispielhafte Zusammenarbeit:
Die Nachhaltigkeit der Maßnahme wird durch die Stephan Schmidt KG, die SGD Nord und den zuständigen Biotopbetreuer gesichert.
Die Stephan Schmidt KG hat sich darüber hinaus spontan dazu bereit erklärt, im Rahmen des laufenden Betriebes in den nächsten 3 - 5 Jahren auch für die Offenhaltung der neu geschaffenen Laichgewässer in den ehemaligen Abbaubereichen zu sorgen.

Dr. Matthias Schlotmann
Geschäftsführer BKRI

Gudrun Schmidt
Öffentlichkeitsarbeit, Wirtschaftspolitik

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Inbetriebnahme neuer Schamotte-Tunnelofen
Firmenjubiläum der Goerg & Schneider GmbH & Co. KG

14. November 2014


Im Oktober 2014 gab es für die Goerg & Schneider GmbH & Co. KG gleich doppelt Grund zum Feiern: So konnte die traditionsreiche Firma im Kreis von Mitarbeitern sowie Vertretern aus Politik und Wirtschaft das 90-jährige Firmenjubiläum begehen.

Zeitgleich wurde der neue Schamotte-Tunnelofen in Betrieb genommen.
Damit konnte ein mehrstufiges Investitionsprojekt zur „Optimierung des Produktionsprozesses und der Brenntechnik der Schamotte-Herstellung“ als größte Investition in der Unternehmensentwicklung der Firma Goerg & Schneider zum Abschluss gebracht werden.


Start frei für den neuen Schamotte-Tunnelofen (v.l.n.r.: Landrat Achim Schwickert, Martina Goerg, Hartmut Goerg, Gerd Mößner).

Das Besondere daran:
Neben der fortgesetzten Produktion der klassischen Rohschamotte für baukeramische Masseversätze erlaubt eine Brenntemperatur bis zu 1.350 °C bei diesem Schamotte-Tunnelofen auch die Herstellung von höher gesinterten silikatischen Produkten.

Dr. Matthias Schlotmann
Geschäftsführer BKRI

Gudrun Schmidt
Öffentlichkeitsarbeit, Wirtschaftspolitik

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Pilotprojekt
Lemke: „Rohstoffsicherung braucht strategisches Vorgehen“

29. Oktober 2014


In zahlreichen Workshops und Einzelgesprächen mit den Akteuren der Region hat die Planungsgemeinschaft Rheinhessen-Nahe ein „Nachhaltiges Rohstoffsicherungskonzept“ entwickelt. Am 27.10.2014 stellte der Vorsitzende der Planungsgemeinschaft, Landrat Ernst Walter Görisch, in Anwesenheit von Wirtschaftsministerin Eveline Lemke den Verlauf und erste Ergebnisse vor. Das Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung hat das Projekt mit 46.000 Euro gefördert.

„Bereits heute ist absehbar, dass dieser Prozess in der Region Rheinhessen-Nahe auch für andere Regionen zukünftiger Maßstab sein kann. Rohstoffe sind ein kostbares Gut und der Umgang mit diesen muss klug bedacht sein“, betonte Ministerin Lemke. „Es gilt, Interessen abzuwägen. Dafür braucht man ein strategisches Vorgehen, wie es hier entwickelt wurde. Die breite Beteiligung beim Pilotprojekt war ein weiteres großes Plus. Ein offen geführter Dialog und größtmögliche Transparenz von Informationen haben den Prozess geprägt.“ Für alle Beteiligten sei somit der Abwägungsprozess, den die Planungsgemeinschaft bei der Aufstellung des Regionalplanes vorzunehmen hat, nachvollziehbar.

Im Projektverlauf wurden neue Wege beschritten: Erstmalig wurden Rohstoffflächen hinsichtlich ihrer Eignung bewertet. Es wurden für einen bestimmten Zeitraum zu erwartende Abbaumengen definiert. Andere Nutzungen, die dem Rohstoffabbau entgegenstehen, wurden kategorisiert. So konnten als Ergebnis jene Flächen, die für den Rohstoffabbau vorgesehen sind, ausgewählt werden. Erstmalig wurden aber auch Flächen ermittelt, die für die langfristige Rohstoffsicherung dienen sollen und es wurden diejenigen Flächen identifiziert, die nicht oder nur bedingt mit dem Rohstoffabbau vereinbar sind.

Für das Projekt wurden eigens detaillierte Rohstoffdaten erhoben. Lemke: „Eine solche detaillierte Datengrundlage muss auch für andere Regionen zukünftig der Maßstab sein.“ Das Landesamt für Geologie und Bergbau werde sich mit dieser gewaltigen Herausforderung in den nächsten Jahren beschäftigen. Sehr viel Wert legte Ministerin Lemke auch auf die weitere Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den Behörden, Unternehmen und der Bevölkerung sowie auf die Förderung von Recycling, Substitution und die Einrichtung eines Monitorings des Verbrauchs gesicherter Rohstoffflächen.

Im Rahmen der Abschlussveranstaltung hatten die Teilnehmer erneut Gelegenheit, Anregungen und Hinweise zum Rohstoffsicherungskonzept zu äußern. Alle vorgebrachten Einwendungen werden, so versicherten die Vertreter der Planungsgemeinschaft, Bestandteil des Abschlussberichtes.

Quelle: Pressemeldung des Ministeriums für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung Rheinland-Pfalz, Mainz vom 27.10.2014.

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