Abfall und Entsorgung
Bauwirtschaft schreibt Erfolgsgeschichte

Pressemitteilung /
2. April 2013

Das Bundesbauministerium nimmt den aktuellen Monitoring-Bericht der Kreislaufwirtschaft Bau entgegen. Über 90 Prozent aller mineralischen Bauabfälle werden umweltverträglich verwertet

„Der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur und die Bauvorhaben zur Umsetzung der Energiewende sind zentrale Aufgaben der Bundesregierung. Wir brauchen eine leistungsfähige und innovative Bauwirtschaft, die an der Lösung unserer Zukunftsaufgaben erfolgreich mitarbeitet. Die deutsche Bauwirtschaft hat ihre Erfolgsgeschichte fortgeschrieben und erneut die ehrgeizigen europäischen Verwertungsziele ab 2020 weit übertroffen. Damit leistet sie einen bedeutenden Beitrag zur Ressourcenschonung und zur effizienten Ressourcennutzung“, sagte Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, am 13. März 2013 bei der Entgegennahme des Monitoring-Berichts „Mineralische Bauabfälle“ in Berlin.

Seit 1996 veröffentlicht die Initiative Kreislaufwirtschaft Bau, ein Verbund der deutschen Bauwirtschaft, regelmäßig Monitoring-Berichte mit den Daten zum Aufkommen und zum Verbleib mineralischer Bauabfälle. Der aktuelle Bericht basiert auf den amtlichen Daten des Jahres 2010.

„Mineralische Bauabfälle werden heute nahezu vollständig wiederverwertet und im Stoffkreislauf gehalten. Dadurch werden nicht nur Deponien entlastet, sondern vor allem auch Primärrohstoffe geschont. 12 Prozent des Bedarfs an primärer Gesteinskörnung werden heute durch Recycling-Baustoffe substituiert“, erläutert der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Baustoffe – Steine und Erden, Michael Basten und verweist dabei auch auf die aktuelle Rohstoffstudie des Verbandes, in der die Nachfrage nach mineralischen Rohstoffen und das Angebot an Sekundärrohstoffen zwischen 2010 und 2030 im Detail analysiert werden.

„Von den angefallenen 186,5 Mio. Tonnen mineralischen Bauabfällen wurden rund 92 Prozent bzw. 171 Mio. Tonnen einer umweltverträglichen Verwertung zugeführt. Die höchste Verwertungsquote wurde mit 98,6 Prozent beim Straßenaufbruch erreicht. Hier haben die Unternehmen mit Erfolg in innovative Gewinnungs- und Recyclingtechnologien investiert“, begründet Michael Knipper, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, die aktuellen Verwertungserfolge. „Ihre Einsatzgebiete finden Ersatzbaustoffe hauptsächlich im Straßen-, Erd- und Tiefbau, während Bodenmaterial im Wesentlichen zur Verfüllung von Abgrabungen im Zuge von Rekultivierungsmaßnahmen eingesetzt wird.“

„Diese Verwertungspraxis hat sich in Deutschland seit über 30 Jahren hervorragend bewährt“, betont Wolfgang Türlings, Vorsitzender der Bundesgütegemeinschaft Recycling-Baustoffe. „Aus diesen langjährigen Erfahrungen ist festzustellen, dass güteüberwachte RC-Baustoffe und Böden nirgendwo zu einer schädlichen Veränderung der Boden- oder Grundwasserqualität geführt haben.“

Besorgt zeigt sich die Bauwirtschaft daher beim Thema Mantelverordnung, mit der die Verwertung mineralischer Abfälle bundeseinheitlich neu geregelt werden soll. „Auch der aktuelle Entwurf hält den vom Bundesumweltministerium selbst gesteckten Zielen nicht stand. Es ist erneut nicht gelungen, eine ausgewogene Balance zwischen den Belangen des Boden- und Grundwasserschutzes und einer ressourceneffizienten Kreislaufwirtschaft herzustellen“, so Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes. „Noch immer werden mit der Mantelverordnung die Weichen falsch gestellt und noch immer erwarten wir das eindeutige Bekenntnis zum Recycling und zur stofflichen Verwertung“, bestätigt Peter Kurth, Geschäftsführender Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft, die kritische Beurteilung des Verordnungsentwurfs. „Andernfalls drohen erhebliche wirtschaftliche und ökologische Konsequenzen, denn die Deponiekapazitäten in Deutschland reichen bei weitem nicht aus, um auch noch aus der Verwertung in die Beseitigung gedrängte Ersatzbaustoffe und Böden aufzunehmen.“

„Insbesondere die Verfüllungsregelungen müssen dringend überarbeitet und mit einem neuen Konzept versehen werden - auch im Sinne der später zuständigen Behörden vor Ort“, ergänzt Reinhard Fischer, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung Recycling-Baustoffe. „Bei der Ersatzbaustoffverordnung hingegen sind wir schon weiter und hoffen, die noch strittigen Punkte klären zu können.“

„Würde der aktuelle Entwurf der Mantelverordnung umgesetzt, könnten nach Berechnungen der Prognos AG jährlich bis zu 65 Mill. Tonnen Bauschutt und Bodenaushub nicht mehr verwertet werden, sondern müssten auf die Deponie“, konkretisiert Gerhard Pahl, Geschäftsführer des Bundesüberwachungsverbandes Recycling Baustoffe. „Es ist an der Zeit, dass das Bundesumweltministerium die hausintern entwickelten konkurrierenden Zielvorstellungen zu einem integrativen Zielkorridor weiterentwickelt.“

„Dabei geht es nicht nur um Zielkonflikte zwischen dem Ressourceneffizienzprogramm und der Mantelverordnung, sondern auch um weitere kontraproduktive Vorgaben, die den Umgang mit mineralischen Abfällen erheblich erschweren. Wenn einerseits eine funktionierende Kreislaufwirtschaft gefordert wird, kann man nicht andererseits Regelungen schaffen, die den im Baubereich längst etablierten Standard beschädigen“, stellt Michael Basten mit Blick auf weitere laufende Regelungsvorhaben fest.

Staatssekretär Bomba erklärte: „Die geplanten rechtlichen Regelungen müssen sich immer an dem derzeitigen effizienten und gut austarierten Regelungssystem messen lassen. Ausgewogene Regelungen und ein Ausgleich aller Interessen führen zu guten Lösungen. An dieses Prinzip wird sich die Bundesregierung halten. Eine effiziente Ressourcennutzung bedarf weiterhin einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft mit nahezu geschlossenen Stoffkreisläufen. Die Bauwirtschaft hat hier beachtliche Erfolge vorzuweisen.“

Die Monitoring-Berichte „Mineralische Bauabfälle“ stehen kostenlos im Internet unter www.kreislaufwirtschaft-bau.de zur Verfügung.


Dr. Matthias Schlotmann, Geschäftsführer BKRI
Gudrun Schmidt, Öffentlichkeitsarbeit, Wirtschaftspolitik

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